Autor: Orla Danz

Orla Danz, geboren 1938 als Tochter eines Pfarrers in Gotha. 1956 Abitur, anschließend bis 1960 Theologiestudium in Jena. Ebenfalls 1960 Verheiratung mit einem Pfarrer, drei Kinder.

In den 70/80 er Jahren Beginn des Schreibens, zunächst in den Kirchenzeitungen “Die Kirche” und “Glaube und Heimat” als Artikel, Meditationen, Gedichte.

In den folgenden Jahren eigene Veröffentlichungen, eigene Lesungen und Teilnahme an Autorenlesungen in Mühlhausen, Bad Langensalza, Gotha, Erfurt.

Im Anschluss an Prosaerzählungen dann nur noch ausschließlich Gedichte, die z.T. bei Wettbewerben eingereicht wurden. Antrieb zum Schreiben bildeten eine lebenslange chronische Krankheit und schließlich der christliche Glaube.

Monatsspruch September

Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit.

Sirach 1, 10

Das Buch Jesus Sirach gehört zu den apokryphen Schriften im AT. Das heißt, es wurde mit verschiedenen anderen Schriften aus dem gesamten Schriftenkanon des späteren Judentums vorchristlicher Zeit ausgeschlossen; dafür gab es mannigfaltige Gründe, deren einer für Luthers etwas mitleidiges Urteil sprechen könnte: „Das sind Bücher, so der heiligen Schrift nicht gleich gehalten, und doch nützlich und gut zu lesen sind“.

Seit der letzten Bibelrevision 2017 sind die Apokryphen jetzt in der Lutherbibel enthalten. 

    Die Ehrfurcht vor dem Herrn ist die Krone der Weisheit, so könnte der Monatsspruch aus dem Sirachbuch auch umschrieben werden. Es lohnt, das gesamte Buch mit seinen  51 Kapiteln zu lesen, um den Begriff der Weisheit, wie Sirach, der große Weisheitslehrer sie meinte, zu verstehen – fast ein „Hymnus“. Hier wird die neue Lebensform der Weisheit vorgestellt.

Sie hat nichts zu tun mit der Weisheit, wie wir sie als Menschen kennen. Wir reden z. B. von der „Altersweisheit“ – damit ist die Weisheit nicht gemeint, mit der Sirach sie darstellt.

In allen Kapiteln beschreibt er sie als die Liebe zu Gott und führt gleichsam in einer wunderbaren, fast lyrischen Bildsprache das gesamte menschliche Leben und das Verhalten in der Gesellschaft vor: 

    Angefangen vom Kapitel über die Eltern, über die Hilfe für Arme, über verantwortliches Reden, über Warnung vor Unrecht, Ehrgeiz und Stolz, über den Tod und vieles andere mehr  bis hin am Ende seines Buches zu den Propheten des Alten Testaments.

   In unsere Zeit des Ukrainekrieges passen treffend die Sätze:“ Wer die Weisheit liebt, der liebt das Leben, wer die Weisheit liebt, den liebt auch Gott“, um anzuschließen: „Wer ihr (der Weisheit) gehorcht, der wird Völker regieren und sicher wohnen“.

   Wenn Sirach das Gebot aufstellt: „Forsche nach ihr und suche sie, die Weisheit!“, so möchte er uns Menschen dazu bewegen, über die Weisheit nachzusinnen und sie in unser ganzes Denken aufzunehmen.

Das alles aber immer mit dem Hintergrund, dass die Liebe zu Gott diese Weisheit ist, auch wenn seine Entscheidungen unergründlich und seine Wege oft unerforschlich sind.

   Das Lied in unserem Kirchengesangbuch „Nun danket alle Gott“ kann man im 50. Kapitel des Buches Sirach in den Versen 22 bis 24 wieder erkennen.

Luther hat diese Verse nach dem lateinischen Text übersetzt und  der Textdichter Martin Rinckart hat um 1636, 12 Jahre vor dem Ende des verheerenden 30jährigen Krieges, diese Verse von Sirach als Grundlage für den Choral auserwählt. 

   Um der Weisheit im biblischen Sinn auch im NT nachzugehen, möge der dritte Vers im 2. Kapitel des Kolosserbriefes diese Betrachtung vervollständigen:

„In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis“ …

Monatsspruch August

Jubeln sollen die Bäume des Waldes vor dem Herrn, denn er kommt, um die Erde zu richten

1.Chronik 16, Vers 33

Ein Spaziergang durch den Wald.

Im Normalfall weichen belastende Gefühle der Leichtigkeit in der Natur. Der Mensch lässt sich ein auf die Freude, die er beim Laufen, Sehen, Riechen, Hören im grünen Wald empfindet. 

Dabei wird ihm zunächst gar nicht bewusst, wie lebennsnotwendig der Wald, die Bäume überhaupt, zum Atmen sind, dazu Schutz und Schatten in großer Hitze.

Wer in der Nähe eines Waldes oder eines großen alten Baumes wohnt, wird bestätigen, dass Bäume jubeln können:

wenn die Äste sich mitsamt den Blättern wiegen, wenn man das Plätschern eines Baches zu hören vermeint, wenn das Gezwitscher der Vöge aufmerken lässt, wenn die Blätter, golden von der Sonne angestrahlt, rascheln, wenn bei ungestümem Wind die Äste knarren und sie mit der gesunden Krone, zuletzt mit dem ganzen Baum zu einem Chor des Jubelns ansetzen.

    Und plötzlich weicht die wunderbare Stimmung. 

Die „Thüringer Allgemeine“ macht auf die neue Sicht aufmerksam: „Der Wald ist im Wandel – eine Katastrophe für die Bäume“ und an anderer Stelle: „… man findet auch jetzt noch Bäume mit unübersehbarer Schädigung“, verheerende Folgen des Hitzesommers 2020 und des Befalls durch den Borkenkäfer – die von Menschen verursachte Klimaveränderung.

    Unser Spaziergang heute durch den Wald gerät schließlich zu mehr Aufmersamkeit, aber auch zu Gefühlen der Trauer, sogar des Entsetzens und dennoch mit dem hoffnungsvollen Blick auf die Aufforstung widerstandsfähigerer Bäume, die einst wieder jubeln lassen sollen.

    Nun aber hat unser Monatsspruch noch einen zweiten Teil, der, wie man auf ´s Erste so liest, nicht zum Beginn des jubelnden Verses passen möchte.

„Gott kommt, um die Erde zu richten.“

 Eigentlich hat sein Gericht in den Wäldern schon statt gefunden, denn an den Klimasünden sind wir Menschen schuld. Haben wir das Sterben der Fichten als „Gericht“ eigentlich bisher überhaupt wahrgenommen?

    Es ist im Zusammenhang mit dem Lobgesang Davids nicht davon auszugehen, dass der Autor des 1. Chronikbuches das Jüngste Gericht mit den so plötzlich erschreckenden Worten meint, denn wenige Verse zuvor ruft er aus: „… die Erde sei fröhlich  … und das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist“.

    Gott ist Liebe und verspricht uns Menschen seine Vergebung für unsere Schuld. So kann sein Gericht nur ein Gnadengericht sein, denn seine Liebe hat Jesus in die Welt gesandt, um zu retten.

Dessen allerdings sollten wir uns bewusst werden. Innere Einkehr und innere Gewissensbefragung sind Gottes Gericht und Rettung zugleich.

(nach Johannes 3, 17)

Monatsspruch Juli

Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.

Psalm 42, Vers 3

Sterile Kälte hüllt mich ein.
Ein Stich in die Vene
Lässt fallen ins Schwarze, Bodenlose;
Wohin bist du, meine Seele,
Indes gegangen,
Wohin mit all den Bedrückungen
Und ich, dennoch – bis hierhin –
Mit Vertrauen in deine Existenz?

Dieser erste Vers eines meiner Gedichte ist dem Monatsspruch gewidmet …

Vor vier Jahren erlitt ich einen schweren Unfall und im Augenblick, als ich bereits auf dem OP-Tisch lag, so gerade noch die Einleitung der Anästhesie wahrnahm, durchzuckte es mich wie ein Blitz: Wohin gehst du jetzt, meine Seele?

Viele Stunden später wusste ich sie wieder bei mir: Frieden und Gelassenheit hatten sich in mir ausgebreitet.

Seit dieser Zeit verbringe ich viel Zeit mit Nachdenken über all das, was über die Seele gesagt und geschrieben wird.

Seit der Antike haben sich Menschen mit ihr beschäftigt, sich gefragt: Einheit mit dem Leib? Einheit mit Geist und Leib? Oder eigenständig? – die Seele?

Paulus gibt die Erklärung, indem er von „Geist samt Seele und Leib“ spricht
(1. Thessalonicher 5, 23).

Das Neue Testament also weiß, dass „Seele“ den ganzen Menschen meint. Ihr Verlust könnte den Tod des Menschen bedeuten, ihre Rückkehr das Leben, das Weiterleben.

Meine aufgeregte Frage im OP-Saal war also gar nicht so bedeutungslos.

Ich benötigte in der angstvollen Situation Zuspruch von Gott, wie es der Monatsspruch ausdrückt: „Die Seele dürstet nach Gott“, nach Trost und Beistand.

Ohne Gottes Zuspruch wird die Seele„verdursten“ und ihren Frieden verlieren, wie es der 17. Vers in den Klageliedern des Jeremias beschreibt: „Meine Seele ist aus dem Frieden vertrieben“.

Für das, was mit der Seele nach des Menschen Tod geschieht, reichen unsere Ahnungen und Erkenntnisse nicht aus. Doch wir Christen glauben ja, dass seine Seele nicht mit dem Körper stirbt, sondern bei Gott aufgehoben ist, was also den Menschen in seinem sterblichen Dasein meint und fortan in seinem neuen von Gott bestimmten Leben.

Profan gesehen zeigt die Seele menschliche Gefühle und Emotionen. Sie kann sich ängstigen, traurig wie fröhlich sein; sie mag recht frohgemut singen.

Ihren hohen Wert, den der Mensch mit ihr besitzt,wird im 26. Vers bei Matthäus im 16. Kapitel hervorgehoben: „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nehme doch Schaden an seiner Seele?“

Die Antwort kann nur heißen: „Lasst unsere Seele nach Gott verlangen!“

Monatsspruch Juni

Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod.

Das Hohelied Salomos 8, Vers 6

Um diesen ungewöhnlich klingenden Bibelspruch zu verstehen, muss der Kontext im Alten Testament herangezogen werden. „Das Hohe Lied der Liebe“, wie er auch genannt wird, ist eine Sammlung von etwa 25 bis 30 Liebesliedern, die sich Eheleute – und nur diese – einander zueignen. Ob König Salomo als der Verfasser oder der Empfänger gilt, ist nicht bekannt.

Dass der Spruch speziell für den Sommermonat von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen durch ihre Mitgliedern ausgewählt wurde, schien ihnen jahreszeitlich passend. Sie ahnten nicht, dass eine schwere Pandemie und ein noch stärkerer Krieg die Menschen heute den Sommer nicht als so anmutig empfinden lassen würden, wie ihn sich Verliebte gern für ihre Hochzeit vorstellen.

Und dennoch – so steht nun ein Ehepaar uns vor Augen. Einer der Eheleute bittet den anderen: „Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz und deinen Arm!“
Soll heißen:„Lege mich wie ein Siegel- das Synonym für Unversehrtheit oder Sicherstellung – auf dein Herz! Dies ist der Ort, da die Liebe wohnt, wo der ganze Mensch gemeint ist. Lege mich wie ein ebensolches Siegel auf deinen Arm! Er wird mich fest halten und nicht mehr loslassen. Dies werden mir die Beweise deiner starken Liebe sein!“

Diese Liebe, inbrünstig und leidenschaftlich, aber auch empfindsam und scheu, ist, so meint der Autor unseres Textes, so stark wie der Tod. Eine beinahe unglaubliche Feststellung! Und dass es so im wahren Leben nicht oft der Fall sein wird, hat mit unserem Menschsein zu tun.

Anders aber die Bibel:
Sie vergleicht Eheleute und ihre Verbundenheit mit dem Bund, der Gott und Christus mit der Gemeinde verbindet. Sie verwendet oft das Bild der Ehe, um das Verhältnis Gottes zu seinem Volk zu beschreiben.


So schreibt der Apostel Paulus im Brief an die Epheser „Das Geheimnis ist groß; ich rede von Christus und der Gemeinde“.
Die Liebe sollte auf allen Lebenswegen liebender Ehepaare ein schützendes Siegel sein, eine göttliche Kraft. Und nur mit dieser Kraft Gottes mag sie der Intensität des Todes gleich zu setzen sein.

Monatsspruch Mai

Ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohl ergeht

3. Johannes 2, 2

Die Sache mit der Wahrheit – der Jünger Johannes stellt sie an das Ende des ersten Verses im 2. Kapitel.

Deutlicher als in dieser Kriegszeit stellt sich wohl ihre Bedeutung nicht dar. Die Bilder und Texte, die uns die Medien vermitteln – sind sie ehrlich, wahrhaftig?

„Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst“, so weiß es ein Sprichwort.

Der Autor des Monatsspruchs, Johannes legt seinen kurzen Brief dem Ältesten der Gemeinde seines Freundes Gaius in den Mund. Dabei kommt er immer wieder auf den Wahrheitsbegriff zurück. Er freut sich, dass Gaius die Wahrheit in sein Leben integriert hat. Dies schreibt er im Wissen darum, dass es in der Gemeinde des Gaius Schwierigkeiten gibt. Deshalb, so hofft er, wird er die Gemeinde bald besuchen.

Umso erfreulicher als die später im Text beschriebene Problematik aber sind die guten Wünsche des Ältesten an Gaius. Sie klingen wie ein Geburtstagsglück – und Segenswunsch unserer Tage.

Davon ausgehend, dass es seiner Seele gut geht, wünscht er Wohlergehen und Gesundheit.

Voraussetzung für dieses Wohlergehen sieht er in einer gesunden Seele. Damit meint er nicht eine körperliche Funktion, sondern eine stabile Beziehung zu Gott.

Nachrangig also sind Gesundheit und Wohlergehen und dies „in jeder Hinsicht“.

Was meint der Autor damit?

Wir Menschen sind miteinander sozial verbunden; wir lächeln einander bei einer flüchtigen Begenung zu, wir grüßen einander von einer Straßenseite zur anderen, wir legen Hand an, wo ein Mitmensch etwa gerade vor uns zusammen gebrochen ist, wir legen einem Nachbarn, von dessen Leid wir wissen, ein paar Blümchen in den Briefkasten …

Es gibt so viele Möglichkeiten für den Begriff „in jeder Hinsicht“.

Und dennoch, so wie Gaius dies alles gewünscht wird, kann es sich unter uns Menschen nicht in allem erfüllen. Das werden die Gefühle nicht aushalten.

Aber Toleranz einem jeden gegenüber, auch ein Staat dem anderen gegenüber, das muss keine Vision bleiben.

Wir erleben zur Zeit die tödliche Untoleranz und versuchen mit Hilfe unserer Gebete unsere Herzen von Hass frei zu halten. Wir bitten um das Schweigen der Waffen und den ersehnten Frieden.

Erst wenn Gott diese unsere Bitten erfüllt, werden wir an Leib und Seele gesunden.

Monatsspruch April

Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte.

Johannes 20,18

Wir begehen das Osterfest. Die Gedanken wandern hin zur Grabstätte Jesu am dämmrig frühen Ostermorgen. In den  Evangelien wird unterschiedlich berichtet. Wesentlich scheint im Johannes- evangelium die Begegnung, die Maria Magdalena mit dem auferstandenen Jesus hat. Sie erkennt ihn zunächst nicht. Jesus spricht sie mit ihrem Namen an: Maria! Was macht es mit einem Menschen, wenn er mit seinem Namen angeredet wird … Er gerät in Bewegung.   

Maria wendet sich um, ein zweites Mal schon. Sie wird durch die Nennung ihres Namens verwandelt, denn plötzlich erkennt sie Jesus, den sie nach der Auffindung des leeren Grabes – erschüttert durch ihre Trauer und Tränen – für einen Fremden hielt.  Nun aber wird sie zur Verkünderin der Osterbotschaft, denn sie eilt zu den Jüngern und erzählt ihnen, dass Jesus lebt Sie erzählt ihnen auch, dass Jesus ihr von Gott gesprochen habe, einem Gott, der der seine und der Gott aller Menschen sei.

Der Schrecken des Todes verkehrt sich für alle in Erleichterung und Freude. Wie ähnte diese Situation der gegenwärtig unseren:  Jesu Tod war ja nicht einfach ein Tod, etwa durch Krankheit oder Unfall verursacht. Es war die Ermordung eines unschuldigen Menschen. Er war den Vertretern der römischen Besatzung unbequem geworden, denn er sprach zu den Menschen von der besseren Welt im Reich Gottes, vermochte Kranke zu heilen, seelisch Hilflose zu ermutigen. Sein Sühnetod am Kreuz für unsere Sünden bestimmt den Glauben der Christen. Allerdings gibt es inzwischen Stimmen in der Theologie, die eine abweichende Meinung in Bezug auf den Opfertod Jesu vertreten.

Im Ukrainekrieg sterben heute Menschen in unzähliger Zahl einen Tod, der als Mord an Unschuldigen bezeichnet werden muss. Wie können wir Ostern, die Auferstehung Jesu, feiern im Anblick dieser grausamen Ereignisse in der Ukraine, der gefährlichen Androhungen, die sie und andere womöglich betreffen? Menschen fragen nach Gott, das „Warum“ steht wieder auf.

Maria wird verwandelt.  Wir hoffen auf eine Verwandlung der Welt zum Guten, wir bitten um eine Wendung dieses schrecklichen Krieges und beten europaweit um das Wunder der österlichen Auferstehung. Wenn uns auch oftmals die Hoffnung verlässt, wollen wir uns doch auf die Worte Jesu, an Maria gewendet, besinnen und daraus Kraft schöpfen: „Mein Gott und euer Gott“, von dem wir uns alle, besonders aber die ukrainischen Flüchtlinge Hilfe erhoffen.

Monatsspruch März

Hört nicht auf zu beten und zu flehen! Betet jederzeit im Geist; seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen!

Epheser 6,18

Unsere Zeit ist geprägt von Angst, Verwirrung bis hin zu Hoffnungslosigkeit. Auch wir Christen sind zu Zeiten davon nicht ausgenommen. Vom Apostel Paulus wissen wir, dass er sich in einer schweren, beinahe auswegslosen Situation befand, als er, wie er es selbst beschreibt, „in Ketten lag“, also hinter Gefängnismauern. Und dennoch war er fähig, an seine Briefadressaten in Ephesus zu appellieren, im inständigem Beten nicht nach zu lassen. Mit den Aufrufen unseres Monatsspruches lebte er beispielhaft seinen eigenen Glauben vor. Da ist nichts von Angst, Verwirrung und Ausweglosigkeit zu spüren.

Im Gegenteil: Standhaftigkeit, Beharrlichkeit und Wachsamkeit im Gebet, so schreibt er in seinem Brief, werden zu einer Lebenseinstellung führen, die Mut verleiht. Mit Beharrlichkeit beim Beten wird dieses zu einer fortwährenden Gewohnheit, die wiederum Ruhe und Geborgenheit verspricht: „Wir legen alles Gott in die Hände“. Solches Beten, am besten zu festen Zeiten fest gelegt, entwickelt sich für den Betenden zu einem Gespräch mit Gott, zu einem innigen Miteinander mit ihm. Beten für sich selbst darf beim „selbst“ nicht stehen bleiben. Es schließt den Menschen neben sich, besonders die Menschen in Not ein. Diese Art von beten setzt Sensibilität und Aufmerksamkeit voraus.

Am Ende seines Gebetsaufrufs sind nicht die in der katholischen Kirche verehrten Heiligen gemeint, sondern die Fürbitte bezieht sich auf alle Getauften wie Ungetauften. Gottes Liebe gilt allen Menschen. In der schweren Zeit, die wir alle seit über zwei Jahren durchleben, ist es nicht so leicht, der göttlichen Liebe unserseits etwas entgegen zu bringen; da braucht es schon Beharrlichkeit im Gebet. Keinesfalls sollte uns Verzagtheit überkommen, weil aus ihr leicht Versuchung entsteht. Paulus beschreibt an anderer Stelle die Festigkeit im Beten mit einem Bild und der Sprache aus dem Militärischen: Schild des Glaubens, Helm des Heils, Schwert des Geistes – so nennt er das Wort Gottes. Die „geistliche Waffenrüstung“ überschreibt er dies alles.

Wir sollten uns gerade in der derzeit feindlichen Welt aufrütteln lassen, solcherlei Waffen – geistliche Waffen – sprechen zu lassen.

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner