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MONATSSPRUCH OKTOBER

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn; denn wenn ´s ihr wohl geht, so geht`s euch auch wohl
Jeremia 29, 7

Inzwischen gut 30 Jahre nach dem Ende der DDR erinnere ich mich noch der von Politfunktionären geübten Loyalität – anlassbedingt - gegenüber den christlichen Kirchen und ihren Mitgliedern:

Sie hatten den Spruch aus einem Brief des Propheten Jeremia an die gefangenen Juden in Babylon entdeckt, den Aufruf zum Beten allerdings ignoriert und dennoch gehofft, die Christen damit zu beeindrucken. Nur – der Spruch vom Besten für die Stadt war gänzlich aus dem biblischen und historischen Kontext heraus gelöst.

  König Nebukadnezar II. hatte 597 v. Chr. die Oberschicht des jüdischen Volkes in die Verbannung nach Babylon geschickt. Die Verzweiflung unter den Deportierten war groß, wenn sie auch nicht die gleiche Ursache wie die der heutigen Flüchtlinge aus Afghanistan und Syrien darstellte.

 Die Juden wurden ins Exil gezwungen, während die heutigen Flüchtlinge nach Europa teils freiwillig, teils aus Gründen der politischen Verfolgung oder sozialen Notlage kamen und kommen.

  Um den Verbannten seelischen Beistand zu geben, sandte Jeremia ihnen einen Brief des Trostes und der Ermutigung:

Engagiert euch für den neuen Ort, für die neue Stadt! Wehrt euch nicht gegen das Unabänderliche! Fangt an, euch in der Stadt heimisch zu fühlen! Baut Häuser, legt Felder und Gärten an! Lasst eure Kinder Familien gründen! Mit solchem Tun habt ihr euren Beitrag für die Stadt und ihr Gedeihen geleistet. Ihr werdet sehen, dass es euch selbst damit, nicht nur den Eingesessenen gut gehen wird.

Diese Vorschläge könnte man heute als Intergrationsprogramm bezeichnen.

Darüberhinaus aber gehört zu einer florierenden Stadt auch das Sozialprogramm, in das Obdachlose und Harz - Vier - Empfänger einfach nicht hinein gehören.

Doch, so mag Jeremias weiter folgern, dies allein ist immer noch zu wenig, wenn ihr nicht für eure Stadt Gott um seinen Segen bittet.

  Heute, da der Christen immer weniger werden, liegt es aber gerade an ihnen, an uns, für die Verantwortlichen zu beten, dass sie das Wohl der Städte und Gemeinden und ihre Bewohner im Blick behalten.

  Es liegt aber darüber hinaus auch an uns Christen, gemeinsam mit den bei uns lebenden muslimischen und jüdischen Mitbürgern in toleranter Weise umzugehen und den Begriff „Gemeinschaft“ mit Inhalt zu füllen. Zum Besten unserer Stadt.

Herr, wir bitten dich: Öffne unser Herz und unser Ohr, damit wir im Getriebe unserer Tage deine Stimme nicht überhören! Zeige uns, dass jeder Einzelne zu Mitarbeit und Verantwortung berufen ist! Ermutige die im öffentlichen Leben stehen zur Hingabe für Gerechtigkeit und inneren wie äußeren Frieden!

AMEN

 

Verfassserin: Orla Danz